Müssen Toaster sprechen?

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Warum wir die Leute im Auge behalten sollten, die uns ständig mit Neuerungen kommen –
Fünf Fragen nach dem Sinn technischen Fortschritts: eine Gedankenreise ins 21. Jahrhundert
von Neil Postman (1931-2003)

[Süddeutsche Zeitung vom 15.5.1999]
 

Zunächst eine kurze Begriffsklärung: Fortschritt ist weder etwas Natürliches noch etwas in die Struktur der Geschichte Eingebautes; will sagen, er ist weder eine Sache der Natur noch eine der Geschichte. Er ist unsere Sache. Keiner glaubt noch, und vielleicht wird keiner je wieder glauben, daß sich die Geschichte von selbst unaufhaltbar auf ein Goldenes Zeitalter zubewegt. Der Gedanke, daß wir unsere eigene Zukunft zu gestalten und die Geschichte unserem eigenen Willen zu unterwerfen haben, ist erschreckend und macht den Sinn von Nietzsches ominöser Bemerkung begreifbar, daß Gott tot ist. Wir sind allesamt zu Existentialisten geworden, die sich selbst jene Verantwortlichkeiten auferlegen, die einst von Gott und der Geschichte mitgetragen wurden.

Vielleicht liegt es an dieser seelischen Last, daß wir am Fortschrittsgedanken festgehalten haben, freilich in einer Form, die kein Philosoph des 18. oder Erbe der Aufklärung im frühen 19. Jahrhundert je gutgeheißen hätte: an dem Gedanken, daß technische Innovation ein Synonym für moralischen, gesellschaftlichen und seelischen Fortschritt ist. Es ist, als wäre die Frage, was uns zu besseren Menschen macht, zu schwer, zu komplex – sogar zu absurd –, als daß wir ihr nachgehen könnten. Wir haben sie gelöst, indem wir zu Reduktionisten geworden sind; wir überlassen die Angelegenheit unserer Maschinerie.

„Im nächsten Jahrtausend“, erzählt uns Nicholas Negroponte in seinem Buch Being Digital, „werden wir merken, daß wir ebenso viel oder sogar mehr mit Maschinen als mit Menschen reden. Was die Leute am meisten zu beunruhigen scheint, sind ihre Skrupel, zu unbelebten Objekten zu sprechen.“ Negroponte räumt ein, daß wir „Skrupel“ haben, aber er mag diese Skrupel nicht. Er sieht eine Zeit voraus, in der wir einen Türknopf oder einen Toaster ansprechen, und sagt voraus, daß es uns nicht unangenehmer sein wird, als wenn wir etwas auf einen Anrufbeantworter sprechen. Dazu, wie es uns verändern könnte, wenn wir auf Türknöpfe einreden, fällt ihm nichts ein (und weshalb es keineswegs angenehm ist, auf einen Anrufbeantworter zu sprechen, kommt ihm nicht in den Sinn).

Seine einzige Sorge ist, daß wir uns an unsere technologische Zukunft anpassen. An keiner Stelle setzt er sich mit der seelischen oder gesellschaftlichen Bedeutung von Anpassung auseinander. Die Leute können sich an alle möglichen Veränderungen anpassen – die Soldaten passen sich ans Töten an, Kinder daran, daß sie keine Väter haben, Frauen daran, daß sie mißbraucht werden. Ich bezweifle nicht, daß wir uns daran anpassen können, mehr mit Maschinen als mit Menschen zu reden. Aber damit ist noch keine einzige Frage beantwortet. Es ist bloß der Anfang einer Frage; genau gesagt, von vielen Fragen.

Streng genommen sind es keine Fragen, wie sie die Denker der Aufklärung gestellt haben. Jefferson, Paine und Franklin waren natürlich Erfinder, und es macht Spaß, sich einmal durch den Kopf gehen zu lassen, was sie wohl darüber gedacht hätten, daß man zu Türknöpfen redet. Franklin, denke ich, hätte sich darüber amüsiert; Jefferson und Paine hätten es wohl eher für unnütz gehalten. In diesem Sinne denke ich mir die folgenden Fragen als eine Art „Gedankenexperiment“, bei der wir uns vorstellen, daß uns Diderot, Adam Smith, Voltaire, Rousseau, Benjamin Franklin, Lord Byron und andere Gestalten der Aufklärung auf unsere Gedankenreise ins 21. Jahrhundert begleiten. Des weiteren stelle ich mir vor, daß sie uns hinsichtlich unserer alten und neuen Techniken Rat geben, und schließlich, daß wir ihnen dabei aufmerksam zuhören.

Die zuvörderst auf der Hand liegende Frage, die hinsichtlich jeglicher neuer Technologie zu stellen wäre – in bezug auf interaktives Fernsehen, virtuelle Realität, das Internet oder auch Türknöpfe und Toaster, die menschliche Sprache „verstehen“: Was ist das Problem, für das diese Technologie die Lösung bietet?

Diese Frage muß gestellt werden, weil es Technologien gibt, die verwendet – die sogar erfunden – werden, um damit Probleme zu lösen, die kein normaler Mensch für wichtig halten würde. Selbstverständlich läßt sich jede Technologie so vermarkten, daß die Illusion des Bedeutenden geschaffen wird, aber ein intelligenter und wacher Mensch muß das ja nicht glauben. Leute an höherer Stelle betonen, wenn sie von der „informationellen Datenautobahn“ sprechen, daß diese 500 oder 1000 Fernsehkanäle ermöglichen wird. Sind wir aber dann nicht zu der Frage verpflichtet, ob wir diese 1000 Kanäle auch brauchen? Genügen nicht etwa die 40 oder 50 Programme, die wir heute haben, um uns mit der nötigen Information und Unterhaltung zu versorgen? Oder nehmen wir die Möglichkeit, Türknöpfe anzusprechen, so daß sie beim Klang unserer Stimme die Tür öffnen. Welches Problem wird damit gelöst? Ist das Türöffnen eine Belastung? Geht es darum, die Tür sicherer vor Einbrechern zu machen? Oder geht es nur darum, unseren technischen Genius zu feiern?

Man hat mir gesagt, daß Bill Gates, dessen furchtbare Phantasie weder ihm noch uns je einen Augenblick der Ruhe läßt, von einer Technologie träumt, die es unnötig macht, eine Musikaufnahme herauszusuchen und in Gang zu setzen. Man geht einfach zu der Maschine und sagt „Frank Sinatra“ oder „Pavarotti“ – und schon hören wir sie. Darf man die Frage stellen, welches Problem damit gelöst wird? Die Antwort, sagt man mir, ist Geschwindigkeit. Wir sind Leute, die ihr Leben in Sekunden messen. Fünf Sekunden hier gespart, fünf dort, und wenn der Tag zu Ende ist, haben wir vielleicht eine Minute eingespart. Am Jahresende sind es fünf Stunden. Und wenn wir an der Schwelle des Todes stehen, gönnen wir uns vielleicht ein Lächeln, weil uns einfällt, daß wir anderthalb Monate gespart haben – und keiner wird fragen: wofür?

Tatsächlich wurde genau diese Frage zu einem anderen Sachverhalt gestellt – nämlich, ob die Regierung der Vereinigten Staaten die Entwicklung von Überschallpassagierflugzeugen subventionieren solle oder nicht. Briten und Franzosen hatten bereits SSTs gebaut, und im amerikanischen Kongreß und anderswo führte man eine ernsthafte Debatte über die Frage, ob auch die Amerikaner ein solches Flugzeug haben sollten. Folglich wurde die Frage gestellt: Was ist das Problem, wofür das Überschallflugzeug die Lösung wäre? Die Antwort war, daß man sechs Stunden braucht, um in einer Boeing 747 von New York nach Los Angeles zu kommen, und eine Überschallmaschine nur drei benötigen würde. Die meisten Amerikaner waren glücklicherweise nicht der Ansicht, daß das Problem so gewichtig war, daß sich eine derart große Investition lohnen würde. Überdies fragten sich manche: Was würden wir mit den drei gesparten Stunden anfangen? Die Antwort lautet: Wahrscheinlich säßen wir vor dem Fernseher. Und daraus ergab sich nun der Vorschlag, die 747 mit Fernsehgeräten auszurüsten und somit Milliarden Dollars einzusparen.

Ich plädiere hier nicht gegen 1000 Fernsehprogramme, nicht gegen selbsttätige Türöffner oder gegen amerikanische SSTs. Ich plädiere nur für den Gebrauch gelassener Vernunft gegenüber dem Furor technologischer Innovationen. Ich halte Technikfeindschaft für eine Dummheit. Es wäre so, als hätte man etwas gegen das Essen. Wir brauchen die Technik zum Leben, so wie wir Nahrung zum Leben brauchen. Aber wenn wir zu viel essen oder wertloses Zeug essen, dann machen wir aus einem Lebensmittel das Gegenteil.

Dasselbe ließe sich von unserer Technik sagen. Es gibt keinen einzigen Philosophen, der bestreiten würde, daß die Technik eine Bereicherung des Lebens sein kann. Der gesunde Menschenverstand verlangt jedoch, daß wir die Frage stellen, ob die Technik auch das Leben verbessert. Nur ein Dummkopf würde unbekümmert jegliche neue Technik willkommen heißen, ohne über diese Frage ernsthaft nachgedacht zu haben. Ich erlaube mir deshalb die Anregung, ganz besonders wachsam zu sein, wenn wir Bücher lesen, die im Hinblick auf künftige Technologien eine visionäre Jubelhaltung einnehmen. Selbst wenn derlei Prophezeiungen plausibel zu sein scheinen, sollten wir uns nicht von ihnen tyrannisieren lassen.

Hat man erst einmal die Frage beantwortet, welches das Problem ist, für das eine bestimmte Technologie die Lösung wäre, dann ist es klug, gleich als nächstes zu fragen: Wessen Problem ist es?

Im Falle der Überschallflugzeuge war es weitgehend ein Problem von Filmstars, Rockmusikern und Vorstandsmitgliedern. Es war kaum ein Problem, das die meisten Leute für lösenswert hielten, falls es sie viel oder überhaupt Geld kosten würde. Die meisten Technologien lösen irgendein Problem, aber es könnte sein, daß es nicht jedermanns oder auch nur der meisten Leute Problem ist. Wir müssen mit großer Umsicht vorgehen, wenn es zu bestimmen gilt, wer von einer Technologie begünstigt und wer dafür bezahlen wird. Nicht immer sind es dieselben. Das heißt nicht, daß ich es ablehne, für eine Technologie einzutreten, die für jemand anderen Vorteile hat, nur weil ich selbst kein Nutznießer davon bin.

Vor nicht langer Zeit hatte ich bei einer öffentlichen Veranstaltung Gelegenheit, mich über die Möglichkeit lustig zu machen, daß Verbraucher Geld für Türknöpfe aufwenden würden, die beim Klang einer menschlichen Stimme in Aktion träten. Am Ende meines Vortrages kam eine Dame zu mir und erzählte mir mit leiser Stimme, so daß nur ich es hören konnte, von ihrem gelähmten Sohn. Für ihn wäre ein derartiger Türöffner ein Segen. Ja, natürlich. Daran hatte ich nicht gedacht. Es gibt Verwendungen für Technologien, auf die man nicht ohne weiteres kommt.

Und doch sollten wir wissen, wer etwas davon hat und wer nicht. Das nun führt zu einer dritten Frage: Welche Leute und Institutionen werden durch eine technische Lösung womöglich am stärksten geschädigt?

Dies übrigens war die Frage, an der sich in den Jahren 1811 bis 1818 in England die Maschinenstürmerbewegung entzündete. Diese Leute, die wir "Luddisten" nennen, waren Handwerker in der Bekleidungsindustrie zu einer Zeit, als das sogenannte Fabriksystem durchgesetzt wurde. Sie kannten genauestens die Vorteile, welche die Mechanisierung für die meisten Menschen mit sich bringen würde, aber mit derselben Klarheit sahen sie auch, daß sie den Ruin für die eigene Lebensweise bedeuten würde. Sie widersetzten sich dem technischen Wandel mit dem allzu simplen und nutzlosen Mittel, die Maschinen in Stücke zu schlagen, was sie taten, bis man sie ins Gefängnis warf oder die Britische Armee sie tötete.

Das Wort "Luddite" bezeichnet seitdem einen Menschen, der sich in irgendeiner Weise dem technischen Wandel entgegenstellt, und ist gewöhnlich beleidigend gemeint. Weshalb das so ist, ist ein bißchen rätselhaft, denn nur ein Dummkopf weiß nicht, daß neue Technologien immer Gewinner und Verlierer produzieren, und wenn sich Verlierer widersetzen, ist das nicht irrational. Bill Gates, der zu den Gewinnern gehört, weiß das, und da er nicht dumm ist, gibt er seiner Propaganda immer die Botschaft mit, daß die Computertechnologie niemandem schaden kann. So gehen Gewinner vor, sie möchten, daß die Verlierer dankbar und begeistert sind, vor allem aber, daß sie nicht merken, daß sie Verlierer sind.

Nehmen wir als Beispiel die Verlierer, die sich für Gewinner halten sollen: die Lehrer. Gibt es jemanden, der nicht der Ansicht ist, daß wir mehr Lehrer brauchen und diejenigen besser bezahlen sollten, die wir haben? Und doch weigern sich die Schulbehörden, mehr Lehrer einzustellen und die Bezahlung zu erhöhen. Unablässig klagen sie über die Knappheit ihrer Finanzmittel, und sind trotzdem dabei, Milliarden Dollars dafür auszugeben, die Schulen zu vernetzen, um sie an die Computertechnik anzupassen, und dies aus Gründen, die keineswegs klar sind. Mit Sicherheit gibt es keinen schlüssigen Beweis dafür, daß irgendeine Anwendungsform der Computertechnik für Kinder das tun könnte, was gute, gut bezahlte und unbelastete Lehrer für sie tun können. Wo aber bleibt der Aufschrei der Lehrer? Sie sind doch die Verlierer bei diesem Geschäft.

Sagen wir, wir hätten eine technische Lösung für ein Problem gefunden, das die meisten Leute wirklich haben, wüßten auch halbwegs, wer dafür bezahlt, und wären uns derer bewußt, die möglicherweise darunter zu leiden hätten. Nehmen wir weiterhin an, es gäbe den Willen und sogar Enthusiasmus für das Projekt, und man wäre gewillt, sich positiv über seine Aussichten zu äußern. Dann müßten wir uns die folgende Frage stellen: Welche neuen Probleme könnten daraus entstehen, daß wir dieses Problem gelöst haben?

Das Auto hat für die meisten Leute ein paar wichtige Probleme gelöst, aber dabei unsere Luft verpestet, unsere Städte im Verkehr erstickt und zur Zerstörung mancher Schönheiten unserer Landschaften beigetragen. Die Antibiotika haben gewiß für nahezu alle Menschen wichtige Probleme gelöst, aber dies hat zur Folge gehabt, daß dadurch unser Immunsystem geschwächt wurde. Das Fernsehen hat eine Reihe wichtiger Probleme gelöst, aber dabei die Art des politischen Diskurses verändert, zu einem ernsten Rückgang der literarischen Bildung geführt und sehr wahrscheinlich den traditionellen Prozeß der Sozialisation von Kindern unmöglich gemacht.

Es ist zweifelhaft, ob sich eine einzige Technologie finden ließe, die nicht als Folge davon, daß sie ein altes Problem gelöst hat, neue Probleme geschaffen hat. Selbstverständlich ist es manchmal äußerst schwer, im vorhinein zu wissen, welche neuen Probleme sich aus einer technologischen Problemlösung ergeben werden. Benediktinermönche erfanden im 13. Jahrhundert die mechanische Uhr, die es ihnen ermöglichte, pünktlich siebenmal am Tag ihre Gebete zu sprechen. Hätten sie gewußt, daß die mechanische Uhr dereinst von Kaufleuten dafür benutzt werden würde, einen standardisierten Arbeitstag und dann ein standardisiertes Produkt einzuführen, daß also ihre Uhr als Instrument zum Geldverdienen statt zum Gottesdienst eingesetzt würde, dann hätten die Mönche womöglich entschieden, daß ihre Sonnen- und Wasseruhren eigentlich doch ausreichten. Und hätte Gutenberg vorausgesehen, daß die Druckpresse mit beweglichen Lettern zum Einsturz des Heiligen Stuhls führen würde, hätte er mit Sicherheit seine alte Weinkelter zum Wein- statt zum Büchermachen verwendet.

Im 13. oder 15. Jahrhundert war es vielleicht nicht so wichtig, wenn es den Menschen an technologischer Visionskraft fehlte. Im 20. Jahrhundert jedoch können wir es uns keinesfalls mehr leisten, mit geschlossenen Augen in die Zukunft zu gehen. Es reicht nicht, wenn man sagt, daß jeder technologische Wandel zu nicht vorhergesehenen Folgen führt. Das ist eine Trivialität. Wie steht es aber mit den vorhersehbaren Folgen. Kämen sie nicht in den Blick, wenn man eine ernsthafte Auseinandersetzung über die Geschichte des technischen Wandels und über die Arten gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Schäden führte, auf die neue Technologien hinsteuern? Wäre es 1947 nicht möglich gewesen, die negativen Konsequenzen des Fernsehens für unsere Politik und unsere Kinder vorauszusehen? Und wäre es nicht möglich gewesen, uns durch eine entsprechende Sozialpolitik, durch politisches Handeln oder durch Erziehung auf sie vorzubereiten und ihre Schärfe zu mildern? War es wirklich unvermeidlich, daß im Jahre 1996 amerikanische Kinder 500 Stunden vor dem Fernseher gesessen haben, bevor sie in die erste Klasse kamen, und daß sie mit zwanzig Jahren 600 000 Werbespots gesehen haben?

Womit wir bei der letzten Frage wären: Welche Art Leute und Institutionen könnten in der Folge technologischen Wandels zu besonderer wirtschaftlicher und politischer Macht gelangen? Man muß diese Frage stellen, weil wichtige technologische Veränderungen immer eine Neuverteilung von Macht zur Folge haben.

Wir wissen, daß neue Technologien alte Arbeitsplätze obsolet machen, aber auch neue schaffen. Wahrscheinlich aber wird die Zahl der überflüssig gewordenen Stellen bei weitem größer sein als die der neuen. Könnte es dazu kommen, daß mit Hilfe der Computertechnologie zehn Prozent der Bevölkerung all die Arbeit werden leisten können, die eine Gesellschaft benötigt? Wenn es so (oder so ähnlich) ist – was geschieht dann mit dem Rest der Bevölkerung? Adam Smith hätte auf diese Frage keine Antwort gehabt, aber wir müssen sie haben. Natürlich müssen wir überhaupt erst einmal die Frage stellen, und ich fürchte, daß wir nicht einmal von unseren intelligentesten Unternehmern erwarten können, daß sie sie stellen werden. Schließlich sind sie geblendet von den Möglichkeiten, die sich aus der Nutzung neuer Technologien ergeben, und ganz mit Strategien beschäftigt, ihre Profite zu maximieren.

Die Folge ist, daß sie über weit ausgreifende kulturelle Folgewirkungen nicht viel nachdenken. Wir dürfen nicht vergessen, daß unsere bedeutendsten Radikalen immer unsere Unternehmer waren: Morse, Bell, Edison, Disney – diese Leute schufen das 20. Jahrhundert, so wie Bill Gates und andere dabei sind, das 21. zu schaffen. Ich weiß nicht, ob sich viel tun läßt, um die kulturellen Veränderungen zu mindern, die das Unternehmertum herbeiführen wird. Aber die Bürger sollten wissen, was geschieht.

Und vor allem: Sie sollten diese Leute im Auge behalten.


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